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16.11.06

Vom Okzident in den Orient (6): Blickkontakte am tuerkischen Strand - ein echtes kulturelles Experiment

Endlich in der Tuerkei angekommen! Moscheen und Muezzine ueberall, sogar Autobahnmoscheen sollten ab sofort zu unserem Reisealltag gehoeren.

Fuer mich bedeutete die Einreise in den Orient zunaechst einmal das Umstellen meiner Reisegarderobe von "Laessig campen" auf "islamisch korrekt", was der Araber mir zuvor, trotz Ramadan, freundlicherweise nachgesehen hatte. Zum Kopftuch lie§ ich mich nicht ueberreden, aber schon beim Blick aus dem Fenster in der ersten Ortschaft war mir klar, dass ich in Shorts das Auto nicht verlassen werde.

Wir kauften zunaechst halal (islamisch korrekt) geschlachtetes Fleisch, um es dann am Etappenziel des Tages, dem Mittelmeer, in einer gro§en Iftar-Zeremonie zu kochen. Als wir endlich am Strand ankamen, stuerzten sich die beiden Ossis begeistert ins Wasser, obwohl die Blicke der vorbeispazierenden Tuerken uns signalisieren wollten, wie seltsam sie es fanden, dass die Fremdlaender mit dem gro§en alten Auto im Winter ins Wasser mussten. Ich wollte eigentlich auch schwimmen, verzichtete aber, da alle Frauen, die ich an der Promenade sah, bedeckt bis verschleiert waren und ich mich auf dieses kulturelle Experiment nicht einlassen wollte.

Stattdessen wandte ich mich brav der Vorbereitung des Abendessens zu, und als die Sonne im Meer versank und ich die Silhouetten der Jungs im Wasser sah, seufzte ich ein wenig traurig: So also fuehlt sich die Frau, die nicht schwimmen darf, weil sie Pflichten im Haus hat und Maenner nicht unnoetigerweise reizen darf.

Als wir den Parkplatz zum Essen wechseln wollten, weil wir ein ekliges totes Pferd am breiten Strand entdeckt hatten, dann die tolle †berraschung: Wir steckten im feuchten Sand fest und waren sogar schon eingesunken, ueberladen, wie wir waren! Versuche, Autos zur Hilfe zu bewegen, waren alle erfolglos, da es kurz vor Sonnenuntergang war und jeder zum Essen fuhr. Niemand hielt an. Bei uns gab's auch erst mal Fastenbrechen, danach ist die Stimmung auch gleich viel besser.

Zwei Stunden spaeter sah alles ganz anders aus. Wir waren das Dorfgespraech, zig Leute standen um uns und den Bus herum, und drei Autos versuchten uns abzuschleppen, was aber leider nicht funktionierte. Wir mussten warten, bis die Polizei einen Trecker mit Stahlseil aufgetrieben hatte, so lange gab es Tee und Zigaretten von den Schaulustigen, und das Abschleppen war nach erneuten zwei Stunden und mit 30 Euro an den Stahlseilbesitzer dann auch erledigt. In der Nacht noch brachen wir gen Istanbul auf.

Posted by jaz at 16.11.06 3:52

INHALT

  • BUNDESWEHR

    • "Frauen können mental stärker sein" - Interview in der "Welt"
    • Bundeswehr probt Piratenjagd
    • Bauchfrei eher nicht
    • 'Ich habe ein sehr mulmiges Gefuehl'
    • Im Sinne guter Kameradschaft
  • NAHOST

    • Neuschnee auf Zedern
    • Palaestina: Mariana - Ein Maedchen aus Bethlehem
    • Beirut Beach Life
    • "Sonst muesste ich Menschen toeten"
    • Der Tanz der traurigen Gazellen
    • Operation Wuestensturm
    • J'aime la vie! Ich liebe das Leben!
    • I Love Life
    • Menschen in Beirut (4) Ruth Abcarius, Wahllibanesin seit 48 Jahren
    • Herr Schumann und die Hisbollah
    • Menschen in Beirut (3) Der Buergermeister des Hisbollah-Campinglagers
    • Menschen in Beirut (2) - Kapitaen im Libanon, bald in Elternzeit
    • Menschen in Beirut (1) Die Weltverbesserer
    • So moechte ich arbeiten
    • Al-Arabia transportiert Karneval als schlimmes Deutschlandbild
    • "Wir sind viel zu international um uns ueber Religion zu streiten"
    • Ali wants to be my Dog
    • Das faengt ja gut an
    • Respekt vor dem Schoepfer!
    • Gut zu wissen
    • Visum fuer die Reise ins Paradies
    • Damaszener Szenen
    • DIE RUSSINNEN VON DAMASKUS - "Do you want to have some fun?"
    • "Do you want to have some fun?"
    • Checkpoint Palaestina
    • Checkpoint Palaestina taz mag pdf
    • Das Heilige Land als Auftrag
    • Vor der lieben, ruhigen Ehe
    • Bucht des Vergessens
  • WELT

    • Bestandsaufnahme Malediven
    • Der brennende Fels auf der Halbinsel Apscheron bei Baku
    • Aserbaidschan Moto Crew
    • FAS Sand in Sicht
    • Willkommen bei Koenigs!
    • The Conquest of the Kingdom of Saudi Arabia
    • Saudification completed
    • Saudification
    • Too Western - Haram, illegal!
    • Yemen setzt auf Sicherheit
    • Vom Okzident in den Orient (7): Auf der Flucht...
    • Vom Okzident in den Orient (6): Blickkontakte am tuerkischen Strand - ein echtes kulturelles Experiment
    • Vom Okzident in den Orient (5): Brisante Informationen aus dem bulgarischen Ministerium fuer Desaster
    • Vom Okzident in den Orient (4): Schwein in Serbien
    • Vom Okzident in den Orient (3): Werde Zweitfrau!
    • Vom Okzident in den Orient (2): Die Ramadan-Assistenz
    • Undercover-Reisen Vom Okzident in den Orient (1):
    • Kalte Fische im Haifischbecken
    • Arabisch fuer Anfaenger
    • Award Winning Story pdf
    • Enduring Freedom. Mein geheimes Militaertagebuch

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